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Aktuelles

Mutig: Zwei Existenzgründer ernähren die Familie

Eva-Elisabeth und Stefan Henning, Goldschmiedemeisterin und Diplom-Braumeister, sind ihre eigenen Chefs

Mittendrin in den Umbauarbeiten: Stefan Henning stellt sein Sudhaus fertig, vor kurzem feierte er sein erstes „Brauereifest“. Eva-Elisabeth Henning präsentiert ei¬nes ihrer Schmuckstücke zum „Ringheiligtum Pömmelte“. Foto: Volksstimme

Seit 2012 ist Eva-Elisabeth Henning selbständige Goldschmiedin. Seit 2015 braut ihr Mann Stefan Henning sein eigenes Bier. Um für den Weg in die Selbständigkeit gut gerüstet zu sein, haben sie verschiedene Bera­tungsangebote ange­nommen und Kurse für Existenzgründer besucht. „Ungewöhn­lich und mutig.“ Wenn Gründungsbegleiter Frank Nahrstedt über Eva-Elisabeth und Stefan Henning spricht, zieht er den sprichwörtlichen Hut. Die beiden haben im Inno­vations- und Gründerzentrum (IGZ) Inno-Life in Schönebeck den Begleitkurs für Existenzgründer besucht. „Respekt! Dass eine Familie sich aus Existenzgrün­dern ernährt, ist ein großes Ri­siko. Immerhin gibt es kein si­cheres Gehalt. Aber die beiden haben sich durchgebissen.“

Service für IHK- und Handwerksunternehmen

Kostenlose Beratung für Unternehmen und Existenzgründer: IHK, HWK und  Wirtschaftsförderung Schönebeck bieten jeden zweiten Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr im IGZ INNO-LIFE Schönebeck ihre Unterstützung für Unternehmen und Existenzgründer an. Thomas Kuczora, Dorit Zieler und Sven Ellert sind das nächste Mal am 14. November 2017 vor Ort.

Wichtiges Angebot auch für Existenzgründer:

Was will meine Bank mit einem Businessplan? Wie kann ich nach erfolgter Gründung mein Unternehmen festigen? Was ist mit dem Thema Fachkräftesicherung? Wo bekomme ich Informationen zum Mindestlohngesetz? Wie organisiere ich die Unternehmensnach-folge in meinem Betrieb? Wie wird eine Unternehmenserweiterung gefördert?
Diese Fragen sind nicht nur für gestandene Unternehmen von Bedeutung, sondern ganz besonders auch für Existenzgründer. Oftmals wähnen sich die Betroffenen allein mit ihren Problemen. Doch ganz gleich, ob Unternehmen der Industrie- und Handelskammer oder Handwerksbetrieb – ein Gespräch mit den Fachleuten der jeweiligen Kammer kann in vielen Fällen Lösungsansätze bieten.

„Kein Fall ist wie ein anderer“

Sein eigener Chef werden – Existenzgründerkurse helfen auf diesem Weg. In Zusammenarbeit mit dem Innovations- und Gründerzentrum Inno-Life Schönebeck stellt die Volksstimme in loser Folge junge Gründer aus der Region vor. Heute: Gabriela Schultz.

Gabriela Schultz auf dem Weg zum nächsten Gespräch.

Gabriela Schultz hatte schon immer eine soziale Ader, eine große Empathie. „Ich bin von meinem Elternhaus sehr sozial erzogen worden. Damals wurde Nachbarschaftshilfe groß geschrieben. Ich übernahm zum Beispiel Botendienste für Bekannte. Da hat meine Mutter drauf geachtet.“ Nun hat die Schönebeckerin ihre Passion zum Beruf gemacht. Die 57-Jährige wagte Anfang des Jahres den Schritt in die Selbständigkeit: Sie ist als Pflegeberaterin in ganz Sachsen-Anhalt unterwegs, gibt zudem Kurse für Angehörige von Demenzkranken. Sie berät rund um die Pflege: Was kann wer in Anspruch nehmen – sowohl von den Betroffenen als auch von den pflegenden Angehörigen.

Begleitkurs Staßfurt

Der Start für den Begleitkurs in Staßfurt wurde terminiert. Dieser beginnt am 19. Januar 2018 und wird jeweils freitags von 8 bis 15 Uhr stattfinden. Interessierte Existenzgründer können sich für diesen Kurs noch anmelden beziehungsweise informieren.

Kontakt
Gründungsbegleiter Frank Nahrstedt
Tel.: 03928/76989-14
Mail: gruendungsbegleiter@igz-inno-life.de

Stubbenfräsen – mehr als eine Alternative

Wir stellen in den kommenden Wochen und Monaten einige unserer Existenzgründer vor, die sich über unsere Vorgründungs- beziehungsweise Begleitkurse qualifiziert haben. Heute: Fred Schröder, der Baumstümpfe entfernt und Dienstleistungen rund ums Haus anbietet.

Fred Schröder bedient seine 30 PS starke Stubbenfräse.

Den Älteren, sagt Fred Schröder, müsse man nicht erklären, was ein Stubbenfräser wirklich macht. „Die Jüngeren fragen aber meist nach.“ Und so leistet der 55-Jährige zuweilen Aufklärungsarbeit, bevor er ans Werk gehen kann. „Eine Stubbe ist nichts anderes als ein Baumstumpf.“ Und diesen aus dem Erdreich zu bekommen, wenn der Baum darüber gefällt wurde, ist – je nach Durchmesser – aufwändig und teuer. Doch es gibt eine Alternative. „Da komme ich ins Spiel“, sagt der Löderburger mit einem Lachen. Dann rückt er mit seiner 30 PS starken Fräse an, wandelt den Stumpf in kleine Holzschnitzel und gelangt dabei bis zu 40 Zentimeter tief ins Erdreich. Anschließend Erde drüber und festdrücken: „Problem gelöst.“

Die Idee zur Selbstständigkeit mit dem Fräsen fiel ihm quasi in den Schoß. Es war im Jahr 1978, als Schröder mit einem Wohnwagen des Öfteren am Plattensee bei Gommern zu Besuch war. Irgendwann folgte ein eigenes Grundstück. Dann wurde das zu klein, Folge war der „Umzug“ auf ein größeres Wochenend-Areal in Pretzien, das aus- und umgebaut wurde. Dafür benötigte Schröder alsbald einen Stubbenfräser. „Etliche Bäume waren bereits weg. Es standen nur noch die Stümpfe. Ausgraben wäre zu viel, zu schwer gewesen.“ Nach Internetrecherchen fand er Firmen in Stendal und Brandenburg. „Aber hier in der Gegend war keiner ansässig.“ Obwohl der Bedarf da ist, wie er bereits festgestellt hat. So kam die Idee auf, es selbst zu probieren. Recht zügig ging es über das eigene Grundstück hinaus. Inzwischen weitet er seinen Kundenkreis auf Firmen, die Bäume ausästen und fällen, sowie Privatpersonen, Wohnungsbaugenossenschaften oder Städte und Kommunen aus. „Die Wurzeln mit dem Bagger zu entfernen ist teilweise schwierig.“ Dabei bleibt ein großes Loch zurück, das verfüllt werden muss, und die Entsorgung der Wurzel kommt noch dazu. „Das fällt beim Fräsen weg, weil das Füllmaterial ja entsteht.“

Seit etwas mehr als einem Monat ist Schröder nun am Markt, hat in dieser Zeit viele positive Erfahrungen gesammelt. „Wenn jeder Monat so laufen würde wie der erste, wäre das der Wahnsinn. Aber diesen Illusionen gebe ich mich nicht hin. Ich rechne liebe auch mit einem Rückgang.“ Immerhin ist er nicht saisonabhängig. Die Baumfällung, die viele Aufträge verspricht, dauert vom 1. November zum 28. Februar. „Bis zum Ende bekomme ich aber wahrscheinlich nicht alle Aufträge abgearbeitet.“ Und danach? Dann startet die Hausbau-Phase, in der sicherlich einige Grundstücke von Baumwurzeln befreit werden wollen. „Es gibt eigentlich immer etwas zu tun.“

Auf dem Weg in die Selbstständigkeit fand Schröder große Unterstützung bei Marion Kallas von der Wirtschaftsfördergesellschaft des Salzlandkreises in Bernburg. Neben der kostenfreien Beratung, „die wirklich super war“, unterstützt sie Schröder bei den Voraussetzungen zur Gewährung des Gründungszuschusses. Nach der Anmeldung im Haupterwerb wird er seit Anfang September durch den kostenfreien Begleitkurs des IGZ INNO-LIFE Schönebeck (nach Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Unternehmensgründungen; RdErl. des MW vom 15.04.2015 – 23-32327/12-02)qualifiziert. „Der Existenzgründerkurs bringt sehr viel. Wir haben uns in den ersten Stunden viel mit Zahlen auseinander gesetzt. Das war sehr interessant. Vor allem, was man beachten muss. Auch das Thema Büroorganisation war spitze. Diese 25 Wochen sind nicht verkehrt. Der Kurs ist sehr zu empfehlen.“

Die Unwetter der vergangenen Wochen und Monate haben für jede Menge Aufträge gesorgt, doch es ist nicht so, dass der gelernte Heizungsinstallateur nun ausschließlich auf schlechtes Wetter hofft. Grünanlagen, Ausbau von Wegen und Gartenumgestaltung – alles Tätigkeiten, bei denen eine dicke Wurzel stört. Das Schöne dabei: Weiter als bis nach Neundorf musste er bisher nicht fahren. „Alles ist im Umkreis.“ Zu seinem Leistungsspektrum gehören zudem Dienstleistungen rund ums Haus wie Rasenmähen, Pflastern oder kleine Baumschnitte.

Als Existenzgründer kann sich Schröder seine Zeit selbst einteilen. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil. „Natürlich muss man sehen, dass man alles unter einen Hut bekommt.“ Denn auch der Aufwand im Büro – Abrechnungen, Angebote, Steuerangelegenheiten – ist vorhanden. „Aber so habe ich auch noch Gelegenheit, etwas am Grundstück selbst zu machen.“ Zurzeit wird ein Swimmingpool fertiggestellt. Zudem verlangen nicht nur zwei Hunde nach Aufmerksamkeit, sondern auch ein zweijähriger Enkel. Ihm wird Schröder gern erklären und natürlich zeigen, was ein Stubbenfräser macht.

Quelle: Volksstimme

Informationen zu den Existenzgründerkursen:
IGZ INNO-LIFE Schönebeck GmbH
Gründungsbegleiter Frank Nahrstedt
Tel 03928 / 7698914
E-Mail: gruendungsbegleiter@igz-inno-life.de
Homepage: www.igz-inno-life.de

Kostenlose Beratung vor der Gründung:
Wirtschaftsförderung Salzlandkreis
Ansprechpartner
Nadine Finke                                                                         Marion Kallas
Tel 03471 / 301100                                                              03471 / 301208
E-Mail: n.finke@wirtschaft-salzlandkreis.de            m.kallas@wirtschaft-salzlandkreis.de
Homepage: www.wirtschaft-salzlandkreis.de